Dadant Beute (hier: US) von H.J.Schmitz

Der Franzose Charles Dadant kam 1863 in die USA und begann dort mit der Bienenhaltung/-zucht. Er war ein Zeitgenosse Langstroth und übersetzte dessen Schriften ins Französische. Sein Sohn verkürzte das von ihnen benutzte Rähmchen auf ein etwas vergrößertes Langstrothmaß. Im Honigraum verwendete er halbhohe Rähmchen. Diese Dadant-Beute mit damals 10 Waben konnte sich weder in den USA noch in anderen Ländern mit intensiver Imkerei durchsetzen. Dadant gründete jedoch eines der ersten Handelsunternehmen für Bienenzuchtzubehör, das sich übrigens auch heute noch in Familienbesitz befindet.
Eine erste große Änderung erfuhr die Dadant Beute, als 1920 Karl Kehrle, besser bekannt als Bruder Adam, im Kloster Buckfast die 12-rahmige Beute mit einem quadratischen Außenmaß entwickelte. Die nutzbare Fläche der Brutraumwaben beträgt je Seite fast 1100 cm². Pro Wabe stehen damit ca 10.000 Zellen für die Brut zur Verfügung, mehr als ausreichend vor allem für starkbrütende Bienenrassen. Sie werden jedoch bis zu 3 kg schwer und müssen daher besonders stabil gebaut werden.
Bei dem „Umweg“ über Bruder Adam versteht es sich fast von selbst, dass die Dadant als die Standartbeute der Buckfastimker bezeichnet werden kann. Über DNM 1,5 bzw. Zander 1,5 kommen viele letztendlich zur Dadantbeute, in der die Pflege der Bienenvölker bei Kenntnis der entspr. Betriebsweise sehr einfach wird. Entscheidend ist vor allem das Raummanagement mittels eines Schieds. Je nach Volksentwicklung kann der für die Bienen verfügbare Raum verkleinert oder vergrößert werden. „Störende“ Waben wie Pollenbretter oder überflüssige (Futter-)Waben können einfach hinter das Schied gehängt werden, bzw dort Mittelwände für die spätere Verwendung vorgehalten werden. Für Wanderungen ist die 12-rahmige Beute doch schon etwas unhandlich, sodass für diesen Zweck eher die 10-Waben Ausführung verwendet wird.
Zu den ursprünglich in den USA entwickelten und mit Langstroth kompatiblen Dadantbeuten, sowie der quadratischen, 12-rahmigen des Bruder Adam, gibt es mittlerweile die Dadant US sowie die aus der Schweiz stammenden und dort sowie in Südeuropa verbreiteten Dadant-Blatt. Dazu noch Zadant oder die Betriebsweise mit Dadant Halbzargen als Brutraum. Letztlich begibt man sich mit den unterschiedlichen „Mischformen“ jedoch gleichzeitig einiger Vorteile gegenüber den beiden Grundformen von Dadant und Bruder Adam.

Pro und Contra:
+ ein einziger Brutraum, kein (nach oben) unterbrochenes Brutnest
+ einfache Volkskontrolle/Völkerführung
+ Brutraumanpassung gemäß Volksentwicklung
+ für stark brütende Bienen hervorragend geeignet
+ relativ leichte Honigräume (½ Dadant)
+ 10er Dadant teilweise kompatibel mit anderen Maßen (Langstroth, Zander)
– 12er Dadant für Wanderung unhandlich und schwer
– zwei Wabenmaße in der Beute

Geschrieben und zusammengestellt von Hermann Josef Schmitz