Magazinbeuten von H.J. Schmitz

Die Urform aller Magazinbeuten wurde von dem US-amerikanischen Pastor L. Langstroth (1810-1895) entwickelt und nach ihm benannt. Er fand den natürlichen Bienenabstand („Bee Space“ 8 mm zwischen Rähmchen und Beutenwand) und schuf mit dem Langstroth-Rähmchen das erste einheitliche Maß, das wohl immer noch weltweit das meistgenutzte Maß in der Imkerei darstellt.  Seitdem bilden Magazinbeuten die Grundlage der modernen Imkerei und es entwickelten sich entsprechende Betriebsweisen und angepasste, durchgezüchtete Bienen.  In Deutschland setzten sich die Magazinbeuten erst spät in den 1960er und 70er Jahren durch. Als Pioniere der Magazinimkerei in Deutschland gelten Dr. Sachs von der Uni Hohenheim und vor allem der Imkermeister Karl Pfefferle. Ersterer entwickelte die Hohenheimer Einfachbeute und Pfefferle steuerte auf der Grundlage der Arbeiten von Sachs eine entsprechende Betriebsweise und das falzlose Holzmagazin bei.

Um die Unterbrechungen vor allem des Brutnestes so gering wie möglich zu halten, werden zumeist Wabenhöhen von ca. 20 cm bevorzugt. Dies auch, um die Honigkränze über dem Brutnest so klein wie möglich zu halten. Der teilbare Brutraum ermöglicht eine rationelle Schwarmkontrolle durch Ankippen der Brutzargen. Der größte Vorteil dürfte jedoch die schnelle unkomplizierte Anpassung der Beute an Volksentwicklung und Trachtverhältnisse durch einfaches Aufsetzen zusätzlicher Zargen bzw. deren Abnehmen sein. Ein gewichtiger Nachteil ist jedoch, dass die Imker zunehmend die Fähigkeit verlieren, den Volkszustand „von außen“ zu beurteilen. Der Blick unter den Magazindeckel geht einfach bringt aber immer Unruhe in das Volk. Andererseits haben die Magazine starken Einfluss auf die heutige Zuchtauslese, vor allem dem Merkmal der Wabenstetigkeit. Als derzeitige Spitze der Entwicklung kann die von Bruder Adam (1898-1996) gezüchtet Buckfastbiene gelten.

Magazinbeuten bestehen aus dem Boden, mehreren sog. Zargen und dem Deckel. Sie entsprechen am ehesten dem von den Bienen bevorzugten senkrechten Raum. Entsprechend der Nestordnung befinden sich unten ein oder zwei Bruträume, darüber die Honigräume. Magazine sind für die Freiaufstellung aber weil nicht stapelbar, nur bedingt für Bienenhäuser oder Wanderwagen geeignet. Die Zargen sind nicht nur Teil der Beute, sondern auch als Ablegerkasten, Wabentransportkiste oder Wabenschrank verwendbar. Die Beuten sind zudem kostengünstig – aus Holz auch im Selbstbau – herzustellen.  Während sich die Zargen häufig nur in kleinen Äußerlichkeiten und im Inneren höchstens durch die Wabenzahl bzw. auch durch das Rähmchenmaß unterscheiden, gibt es bei Boden und Deckel mittlerweile eine unüberschaubare Anzahl von Variationen und Zubehör, die dem Imker seine Arbeit im Jahresverlauf erleichtern sollen. Es werden aber auch zunehmend Zargen in Halb- oder Eineinhalb-Wabenhöhe verwendet. Dadurch werden jedoch einige Vorteile der Magazine eingetauscht, z.B.  gegen unterschiedliche Waben- und Zargenmaße.

 

Pro und Kontra der Magazinbeute

+ universeller Einsatz der Zargen

+ uneingeschränkt anpassungsfähig an Volksstärke und Honigeintrag

+ Schwarmdiagnose per Kippkontrolle

+ sehr gut für Freiaufstellung geeignet, hohe Mobilität

+ preisgünstig, Eigenbau möglich

– Gewicht der Honigräume

– im Bienenhaus nur eingeschränkt verwendbar

Geschrieben und zusammengestellt von Hermann Josef Schmitz